Dying for Sex: Neue Disney+ Serie macht Lust aufs Leben
Disney+ ist jetzt nicht unbedingt der Streaming Anbieter der mir als erstes in den Sinn kommt, wenn ich an „Dying for Sex“ denke. Und doch könnt ihr ab heute auf genau dieser Plattform eine Serie streamen, die sich nicht nur, aber doch recht ausführlich dem Thema Sex widmet. Und ich kann nur sagen: Good for them! Tatsächlich fand ich die Serie richtig gut und habe sie wirklich innerhalb kürzester Zeit verschlungen.
Kennt ihr das, wenn ihr euch eigentlich noch so eine Folge „aufheben“ wollt, weil ihr wisst: Wenn ich die jetzt gucke, dann ist die Serie vorbei und dann kann ich sie nie wieder zum ersten Mal schauen? Mir geht das bei Serien, die ich extrem gerne mag so und hier war ich wirklich versucht, die letzte Folge nicht zu schauen. Allerdings wollte ich für diese Kritik natürlich auch wissen, ob „Dying for Sex“ bis zum Ende hält, was es verspricht.

Dying for Sex: Die letzte Folge – spoilerfrei
Apropos letzte Folge, ich spoilere euch nichts, wenn ich sage: Die letzte Folge mochte ich nicht. Sie hatte einen anderen, sehr nachvollziehbaren Vibe und ich verstehe, warum es diese Folge gibt. Aber sie hat mich dann ein bisschen aus der ganze Serie rauskatapultiert. Mit Absicht, natürlich, denn „Dying for Sex“ beruht auf der Lebensgeschichte von Molly, die zum zweiten Mal mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert wird und erfährt: Diesmal wird sie es nicht überleben. Der Krebs hat gestreut, die Ärzte können nur versuchen ihr Leben so angenehm wie möglich zu machen und ihr vielleicht ein paar Monate oder Jahre mehr schenken. Aber Molly muss sich damit befassen, dass sie sterben wird.
Nikki Boyer, ihre beste Freundin, die die Serie auch mitproduziert hat, hat in ihrem Podcast „Dying for Sex“ die Geschichte von Molly aufgearbeitet. Sie hat Molly aufgenommen und der Podcast ist super erfolgreich geworden. Mollys Wunsch, bevor sie stirbt: Sie möchte viel Sex haben. In der Serie geht es darum, dass Molly einen Orgasmus erleben will, im Podcast klingt das aber etwas anders.
Dying for Sex: Leben wir unser Leben wirklich aus?
Gemeinsam haben beide Formate: Molly verlässt ihren Mann nach 15 Jahren und begibt sich auf eine Reise um möglichst viel Sex haben, unterschiedliche Sachen ausprobieren und sich selbst besser kennen lernen. Denn wenn man weiß, man hat kaum noch Zeit zu leben, warum nicht das machen, was man unbedingt noch ausprobieren will? Und auch wenn die meisten von uns wissen, dass wir ja im Prinzip jeden Tag so leben sollten, dass WIR uns damit wohl fühlen, dass WIR das Gefühl haben, wir tun das, was uns glücklich macht. Aber wir tun es doch nur in den seltensten Fällen. Stattdessen bleiben wir in Beziehungen die sich nur noch ganz ok anfühlen, arbeiten in Jobs, die die Lebenskosten tragen, uns aber nicht erfüllen oder trauen uns nicht, Neues zu wagen, weil das alles ja erstmal auch Angst macht. Wir alle kennen das doch, oder? Dass wir mal an diesen Punkt kommen an dem wir denken: Wars das jetzt?
Molly beschließt also: Wenn es das hier für mich war, dann will ich vorher noch so viel erleben, mich reinwerfen in dieses Leben. Michelle Williams, die die Molly in der Disney+ Serie spielt, macht das so glaubhaft, dass man eben denkt: Klar probiert diese Frau sich aus. Das kann sie, weil sie ihre beste Freundin Nikki (Nikki Slate) an ihrer Seite hat. Tatsächlich war die Freundschaft der Beiden für mich auch ein Moment bei dem ich dachte: Brauchen wir nicht alle so jemanden in unserem Leben? Nicht jemanden, der über alle eigenen Grenzen hinausgeht, aber jemanden, der uns so versteht, uns so liebt, sieht und annimmt, uns hypt und auffängt und einfach da ist, wie Nikki das für Molly ist. Es muss die echte Nikki so viel Kraft gekostet haben und ich mag sehr, dass dieser Freundschaft in der Serie auch soviel Raum gegeben wurde.
Schaut euch „Dying for Sex“ an und hinterfragt, ob es so weitergehen soll
Auch wenn ich mir wünschen würde, dass viele Paare die Serie zusammen schauen (weil Gespräche über Sex einer Beziehung meiner Meinung nach helfen können), am Ende fände ich es super, wenn sie überhaupt ihr Publikum findet. Denn ich fand sie großartig und tatsächlich augenöffnend in dem Sinne, dass man sich ja ruhig selbst mal fragen kann: Welchen Aspekt in meinem Leben vernachlässige ich denn gerade? Muss ja nicht der Sex sein, aber vielleicht ist es die Gesundheit? Oder die eigenen Freiräume? Da genauer hinzuschauen und sich an Molly zu erinnern und daran, wie sie ihren Weg geht, ich denke, das steht uns allen sehr gut zu Gesicht.
„Dying for Sex“ könnt ihr ab 4.4.25 auf Disney+ streamen. Lohnt sich, versprochen.