Von endlich Plätzchen backen …

Jut, also wenn wir mal ganz ehrlich sind: ICH habe mich nicht nach dem Plätzchen backen mit den Kindern gesehnt… Mir ist das seit elf Jahren ein Rätsel, warum sich die Mär von „oh backen mit Kinder ist so magisch“ so tapfer hält. Hier ist das definitiv nicht der Fall. Ich finde es einfach nur anstrengend. Und zwar von Anfang bis Ende.

Weihnachten 2024 Runzelfuesschen

Ich bin mir sehr wohl bewusst, dass andere das toll finden, die Kinder helfen mit, es ist ein schöner Familienmoment, alles ganz harmonisch. Good for you! Ich freue mich, dass es andere gibt, bei denen das klappt. Mir fehlt dafür der Langmut, die Nerven und ehrlich gesagt auch die Lust. Ich schaffe es, ihnen dabei zuzugucken, wie sie die Zutaten abwiegen (und ertrage tapfer, dass ich gefühlte 100 mal sagen muss „100g Zucker. 100 g. Ja, 100 g…)

Plätzchen ausstechen … macht mich irre

Während der Teig dann kühlt, herrscht kurz Harmonie, alle wiegen sich in Vorfreude aufs Ausstechen. Während ich schon mit dem schlimmsten rechne, das ist hier immerhin nicht mein erstes Rodeo… Äh, Plätzchen backen. Und natürlich, in dem Moment wo der Teig ausgerollt wird, beginnt der Streit. Um den Plätzchenausstecher, um den Platz auf dem Teig, um die Tatsache, dass die Geschwisterkinder überhaupt dabei sind. Und wenn man einen Teil der Meute besänftigt hat, kreischt der nächste garantiert los.

Es ist zum Durchdrehen

Es ist zum Durchdrehen. Dann kommen die Plätzchen aus dem Ofen, sind viel zu heiß, um sie sofort zu probieren und wer immer sich dann zuerst den Mund verbrennt, scheint in einem Wettstreit, den ich überhaupt nicht durchschaue, gewonnen zu haben. Der Rest schreiheult mich an. Meine Nerven schreien: Lass das! Hör sofort auf, dich freiwillig in diese Situation zu begeben. Aber dann denke ich an den zweiten Plätzchenteig, den ich sie unvorsichtigerweise habe auch noch zusammenkneten lassen… Und wir wollen ja keine Lebensmittel verschwenden.

Also stehe ich dann noch mal 90 min Plätzchen ausstechen und Geschrei durch. Und dann, dann ist zumindest dieser Teil der Weihnachtstradition für dieses Jahr auch endlich abgearbeitet. Ob die Kinder das rückblickend als schönen wiederkehrenden Teil ihrer Weihnachtserinnerung pflegen werden? Ich wage es zu bezweifeln. Vermutlich werde ich das in 20 Jahren total verklären, diese Momente in der Küche. Haltet mir dann auf jeden Fall diesen Post hier unter die Nase.

Fröhliche Weihnachten für euch!

Ich versuche noch einen Jahresrückblick zu posten und kann schon versprechen, dass noch ganz tolle Interviews kommen werden. Sollten wir uns aber nicht mehr vor den Weihnachtstagen lesen: Fröhliche Weihnachten! Ich wünsche euch und euren Familien besinnliche Tage (ohne Backen. Oder mit ganz viel Muße, Frohsinn und Langmut), keinen Stress und ganz viel Lichterglanz. Lasst es euch gut gehen, legt die Beine hoch, macht einfach gar nichts und lasst die letzten 12 Monate Revue passieren. Passt auf euch auf und bleibt so wunderbar, wie ihr seid.

Alles Wunderbare, eure Andrea

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Eine Antwort

  1. Silke F. sagt:

    Hallo,
    daheim rühre ich normalerweise nur Teig an, bei dem ich einfach kleine Bällchen mit der Hand mache oder nur kleine Häufchen Teig aufs Blech gebe. (Auch, wenn ich unterm Jahr Kekse backe.)
    Ausstechen kann meine 6jährige bei der Oma. Sie hat mehr Geduld und Nerven dafür. Bzw. dieses Jahr nun auch nicht (da kam bei ihr viel zusammen).
    Meine Tochter hat dann nur Quatsch gemacht. Rohen Teig gegessen. Viel zu viel davon (danach hatte sie Durchfall). Ständig Mehl auf den Teig gegeben. Viel zu viel. Ich musste sie auch bei der Oma ständig im Auge behalten. Und dann sind zusätzlich noch ständig die Plätzchen zu dunkel geworden.
    Entweder meine Tochter sticht so schnell Plätzchen aus, dass man nicht mehr hinterherkommt. Oder sie hat dann doch keine Lust mehr und man hockt mit dem Teig alleine da.
    Die paar Stunden waren echt anstrengend, weil irgendwie keiner außer mir bei der Sache war. Und es war noch nicht mal meine Küche, die anschließend voller Mehl und kleiner Teigreste war.
    Natürlich habe ich noch mitgeholfen beim Spülen. Aber ich war froh, als wir heimfahren konnten. (Dass wir überhaupt heimfahren konnten. Der ADAC war da und hat die Autobatterie gewechselt.)
    Ich kann das also sehr gut nachvollziehen.
    Gruß
    Silke F.

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