Elternratgeber – Bücher 2020

Elternratgeber Runzelfuesschen

Elternratgeber sind jetzt nicht DAS Thema auf der Frankfurter Buchmesse, aber nun ja, ich kenn mich da zufällig besser aus als bei Literatur und deswegen kommen sie zumindest hier auf dem Blog eben doch vor. Denn nach zwei Tagen Kinder- und Jugendbücher sind jetzt mal wir Eltern dran.

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Elternratgeber statt Romane

Ich würde euch natürlich viel lieber auch gern all die tollen Romane und Erzählungen vorstellen, die 2020 so erschienen sind. Aber wenn ich ehrlich bin: Da bin ich leider gerade nicht informiert genug. Weil meine Zeit zu lesen sehr begrenzt ist, weil ich Bücher irgendwie nur noch aus der Bibliothek ausleihe und die meisten Neuerscheinungen da natürlich erstmal vergriffen sind.

Deswegen also Elternratgeber, die 2020 erschienen sind. Die lese ich berufsbedingt und kann euch da einiges zu erzählen.

Elternratgeber: Respekt, Vertrauen & Liebe

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Respekt, Vertrauen & Liebe – Jesper Juul

Klar, das Jesper Juul in keiner Sammlung fehlen darf, oder? Ich muss gestehen, ich hatte lange keinen Zugang zu ihm. Vermutlich, weil er so gehypt wurde und ich dachte, dass es wieder nur irgendein Mann ist, der Frauen erklärt, was sie alles falsch machen. Ist bei Jesper Juul aber überhaupt nicht der Fall, weil er gar nicht so sehr die Eltern sondern viel mehr die Kinder im Blick hat. So auch in diesem Buch, das nach seinem Tod erschienen ist. Herausgegeben wurde es von Matthias Voelchert, mit dem ich im April ein Interview über autonome Kinder geführt habe, was mir wohl immer im Gedächtnis bleiben wird. Auch, weil mein Einjähriger damals immer wieder ins Telefon quakte und Herr Voelchert sich mit ihm unterhielt.

Jedenfalls, wenn ihr sagt, ok, ich will nur ein Buch von Jesper Juul lesen (was schade wäre, ich fand auch seine Autobiografie nämlich super), dann lest doch das hier.

Elternratgeber: Du musst nicht perfekt sein, Mama!

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Du musst nicht perfekt sein, Mama! – Margrit Stamm

Wenn wir schwanger sind, dann schwören wir uns alle, dass wir bei diesem ganzen Perfektions- und Optimierungswahn nicht mitmachen. Wir machen alles anders. Und irgendwann merken wir: Wir stecken mitten drin. Weil die Gesellschaft ständig alles vergleicht und vor allem an uns Mütter so überhöhte Anforderungen stellt. Wir können nie so gut sein wie dieses perfekte Bild, dass da für uns kreiert wird. Und fühlen uns dann als seien wir gescheitert. Dabei muss sich das Bild von Mutterschaft dringend ändern, nicht unsere Ansprüche an uns selbst.

Margrit Stamm zieht in ihrem Buch eigene Studien (sie ist Professorin für Erziehungswissenschaften an der Universität Fribourg) zusammen und zeigt, wie wir alle uns von dem Ideal einer perfekten Mutter unter Stress setzen lassen. Ihr bekommt aber auch konkrete Angebote, wie ihr euch aus der Perfektionsfalle befreien könnt.

Noch ein bisschen Gossip zu diesem Buch: Ich wollte die Autorin schriftlich interviewen, was ihre Zeit nicht zuließ. Ich möge bitte anrufen und das Interview telefonisch durchführen. Das konnte ich nicht, weil meine Kinder während Corona permanent bei mir waren und IMMER in die Interviews reinredeten. Hatte ich bei Herrn Voelchert ja auch und nicht jede*r hat soviel Verständnis.

Und das Transkribieren im Anschluss meine zeitlichen Kapazitäten gesprengt hätte. Ich habe also beschlossen in dem Fall nicht die perfekte Journalistin zu sein (das Buch wirkt also :D) und das Interview fand nie statt. Vielleicht holen wir das irgendwann nach.

Elternratgeber: Schlaf, mein Baby, schlaf

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Schlaf, mein Baby, schlaf – Silke R. Plagge

Babyschlaf ist hier tatsächlich kein Thema mehr, aber das heißt ja nicht, dass ich nicht trotzdem Bücher zu dem Thema lesen kann. Denn natürlich ist (fehlender) Babyschlaf ein riesiges Thema in Familien. Das Buch bietet alle Infos, die es rund ums Schlafen so gibt, von Schlaftypen bis zur Schlafumgebung. Das kann schon mal Druck rausnehmen, weil Eltern ja oft Angst haben, dass mit dem eigenen Kind irgendwas nicht stimmt. Dabei stimmt meist nur unsere Vorstellung vom durchschlafenden Kind einfach nicht.

Nach drei Kindern, die immer noch nicht durchschlafen, kann ich sagen: Schlaf ist auch nach dem Babyalter ein Thema. Und ein Stück müssen wir einfach mit unseren Kindern mitgehen, wenn sie nur wenig Schlaf brauchen, dann können wir ihnen nicht die Augen zuhalten, damit sie länger ruhen. Ich mag an „Schlaf, Baby, schlaf“, dass ganz viele Eltern zu Wort kommen und von ihrem Alltag berichten können. Das hilft mir oft mehr als nur die Theorie.

Elternratgeber: Lehrerin einer neuen Zeit

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Lehrerin einer neuen Zeit – Laura Baldini

Ok, also das ist nur so ein halber Ratgeber. Es ist ein Roman über das Leben Maria Montessoris. Aber ich finde es trotzdem spannend, dieses Buch zu lesen, weil ihr dabei natürlich viel darüber nachdenken könnt, wie ihr eure Kinder eigentlich erziehen wollt. Und ihr lernt Montessori besser kennen und könnt feststellen, ob das überhaupt eine Erziehungsrichtung ist, in die ihr gehen wollt. Denn spätestens wenn es Richtung Kita geht, wird Montessori bei vielen ein Thema. Nur, es gibt da viel Halbwissen. Dieser Roman führt da mehr in die Tiefe. (Und yeah, ich hab doch einen aktuellen Roman gelesen und nein, diesen hässlichen Aufkleber konnte ich nicht abmachen, habs versucht, da hat sich das Cover gleich mitgelöst)

Elternratgeber: Jedes Kind darf glücklich sein

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Jedes Kind darf glücklich sein – Maren Hoff

Was für ein Versprechen, oder? Jedes Kind darf glücklich sein. Das schließt übrigens euch selbst explizit mit ein. Denn wir alle sind ja auch Kinder unserer Eltern. Und um diese komplizierte Thematik, die eigene Erziehung mit der Erziehung der eigenen Kinder ein Einklang zu bringen, geht es in diesem Elternratgeber. Ich finde das ziemlich spannend, weil wir ja nun mal sind, wie wir sind und an vielen Stellen von unseren Kinder sehr herausgefordert werden. Da brechen alte Konflikte auf, da reagieren wir impulsiv und ganz anders, als wir uns das von uns selbst erhofft hatten.

Wir müssen uns mehr mit uns beschäftigen, um die Fehler unserer Eltern nicht weiterzutragen. Im Buch gibt es konkrete Tipps und Hilfestellungen, die die spannende Reise zu uns selbst begleiten.

Elternratgeber: Was denkt mein Kind?

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Was denkt mein Kind? – Tanith Carey

Ok, ein Bonustipp habe ich noch. Das Buch ist allerdings schon 2019 erschienen, aber so gut, dass ich es euch nicht vorenthalten will. Es richtet sich an Eltern von Kindern im Alter von 2 bis 7 Jahren und umfasst jede Menge Fragen, die Eltern so haben könnten. Auf je einer Doppelseite wird zunächst ein Szenario erklärt und dann erklärt was Kinder denken, was wir selbst befürchten und wie sich das alles auflösen lässt. Das Buch ist extrem praxisorientiert, was ich super finde.

Die Illustrationen lockern alles gut auf und es gibt viele Seiten mit wissenschaftlichen Hintergründen und Einordnungen. Mir gefällt, dass es Eltern über einen längeren Zeitraum ganz praktisch begleitet, denn die allermeisten Sorgen teilen wir mit vielen anderen Eltern. In diesem Buch gibt es kurze Antworten, die helfen, ruhig zu bleiben.

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