Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry – Filmkritik

Filmkritik "Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry"

Auch dieser Film basiert auf einem sehr erfolgreichen Buch, das es seit Jahren im Buchhandel gibt. Ich muss gestehen, ich habe den Roman nie gelesen, irgendwie hatte ich Sorge, ich würde mich langweilen oder es sei alles so betont schmalzig. Was den Film betrifft kann ich sagen: Er ist genau das richtige für die aktuelle Jahreszeit, weil er alles hat, was so ein Feel good Movie eben braucht.

Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry – Der Film

Der Rentner Harold Fry (Jim Broadbent) lebt mit seiner Frau Maureen (Penelope Wilton) ein eher unspektakuläres Leben. Die Mülltonnen im Wochentakt die Auffahrt runterzuschieben, ist noch das Spannenste. Die Ehe ist auch nicht mehr wirklich glücklich. Das Ehepaar lebt einen Lebensabend wie wir ihn uns alle nicht unbedingt wünschen, den wir aber vermutlich leben werden, wenn wir nicht aktiv dagegen vorgehen.

Dann erhält Harold einen Brief von Queenie, einer alten Freundin mit der er seit vielen Jahren keinen Kontakt mehr hatte. Sie liegt im Sterben und wollte sich von ihrem alten Weggefährten verabschieden. Harold schreibt ihr zurück und will den Brief nur schnell in den Briefkasten werfen. Er läuft los, zum Briefkasten am Ende der Straße. Zum nächsten und zum übernächsten. In der Tankstelle erzählt er einer jungen Frau von Queenie und die erklärt, dass ihrer Tante vor allem der Glaube an das Gute, an die Gemeinschaft geholfen hätte in dieser schwierigen Zeit. Und so beschließt Harold, dass er sich auf den Weg zu Queenie machen wird. Ohne Wanderausrüstung, ohne Telefon, einfach so, wie er in dem Moment gerade unterwegs ist.

Eine Reise zueinander und zu sich selbst

Die Wanderung zu Queenie, die sich über viele hunderte Kilometer erstreckt, ist auch eine Reise zu Harold selbst. Denn wie jedes Leben ist auch seins nicht immer nut gleichmäßig dahin geplätschert, sondern forderte ihn mit einem Lebenstrauma heraus. Mehr möchte ich an der Stelle nicht verraten, auch wenn relativ schnell im Film klar wird, worauf Harold da zusteuert. Es tut der Geschichte und dem Sehgenuss aber keinen Abbruch.

Was mir besonders gut gefallen hat, ist, dass ihr für die Dauer des Kinofilms vollkommen raus aus eurem Alltag kommt. Denn die wunderschönen Naturaufnahmen laden dazu ein, sich mal wieder so richtig zu entspannen, das Erzähltempo ist gemächlich, ohne, dass es nervig ist. Es gibt auch kein Happy End in dem Sinne, dass Queenie nun durch Harolds Reise gerettet wird. Das braucht es auch nicht, denn es wäre vollkommen vermessen solch eine Heilungsgeschichte zu inszenieren. Ich wünsche mir ja immer mehr Realismus im Film und genau den bekommt ihr hier. Und trotzdem ist das beim Zugucken genau richtig so. Denn „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“ lässt euch genug Zeit auch euren eigenen Gedanken nachzuhängen. Ich mag das ja, wenn ich einen Film anschaue und mich dann auch in eigenen Überlegungen verlieren kann.

Filmkritik zu „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“

Viele Themen die in „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“ sind universell. Wie sehr sind wir füreinander da? Wie oft stehen wir für andere ein? Was motiviert uns? Wollen wir Mitläufer*innen sein? Was inspiriert und motiviert uns in unserem Leben? Harold und seine Reise haben da eine Antwort drauf, die genau für ihn gilt. Aber ihr könnt nach dem Kinobesuch ja überlegen was für euch am besten passt.

„Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“ könnt ihr ab sofort im Kino anschauen. Es lohnt sich.

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