Von Alltag – Das Wochenende in Bildern

Runzelfuesschen Berlin

Unglaublich aber wahr: Nach zwei Wochenende am Meer mit gant viel Entspannung hatten wir dieses Wochenende auch nichts vor. Ich denke zur Zeit viel darüber nach, dass ich mich immer so getrieben fühle, weswegen ich ein ungeplantes Wochenende erstmal als Herausforderung wahrgenommen habe. Dabei sollte es ja eigentlich genau so sein, entspannt und ohne Listen abarbeiten.

Samstag, 11. Juni 2022

Runzelfuesschen Berlin

Nach einem etwas gehetzten Start in den Morgen, Menschen kamen um Sachen abzuholen, die ich verkauft haben, gehts entspannt in die Bibliothek. Und es ist auch entspannt vor Ort. Das Wetter ist offensichtlich zu gut für einen Bibliotheksbesuch, wir haben den kleinen Garten in der Kinder- und Jugendbibliothek für uns allein. Meine Tochter liest sofort los und freut sich über ihren „Die Tiere der magischen Schule“- Fund, den sie ergattern konnte. Ich mag diese Freude über zufällige Bücherentdeckungen sehr.

Ich streife durch die Abteilungen und finde einiges. Geht euch das auch so, dass ihr immer ein bisschen zuviel aus der Bibliothek nach Hause schleppt?

Runzelfuesschen Berlin

Ein sehr netter Bibliotheksmitarbeiter kommt auf mich zu und fragt, ob die Sommer-Challenge nicht eine Idee für meine Tochter wäre, wo er sie im Garten hat sitzen und lesen sehen. Und ich teile das gern mit euch, weil ich die Idee super finde. Die ZLB hat für berliner Schulkinder außerdem auch ein Ferienprogramm, dass sicher einen Blick lohnt. Ich komme mit dem Mann ins Gespräch und wir sprechen über Leselust und Bibliotheksbesuche (und meine unermütliche „Werbung“ für diesen Ort) und am Ende dachte ich: Was für ein schönes Gespräch. Kennt ihr das? Ich habe manchmal das Gefühl, dass ich, trotz meines Jobs ein wenig aus der Übung bin was normale Gespräche und Kontakte angeht.

Am Freitag war ich ja für einen Tag auf der Re:publica und da ging es mir ähnlich. Ich war sehr überfordert von den vielen Menschen, dem engen Beisammensein und den Gesprächen. Ich habe aber das große Glück gehabt, dass ich ganz zufällig Daniela, Patricia und Lia in die Arme gelaufen bin und mit ihnen meinen Tag verbringen durfte. Ganz bestimmt war ich da an der ein oder anderen Stelle auch etwas merkwürdig, aber sie haben es mir nicht krumm genommen und stattdessen eingeladen über Dinge zu sprechen die uns gerade umtreiben und bewegen. Wie tief das gehen kann und wie gut das tut.

Runzelfuesschen Berlin

Apropos Re:publica… Das war ja die erste Veranstaltung in fast drei Jahren, die ich besucht habe. Und meine Warn-App hat tatsächlich sofort angeschlagen. Ich dachte ehrlich gesagt, dass das gar nicht mehr klappt, aber jetzt habe ich von meinem Besuch am Freitag mehrere Warnmeldungen. Ja, natürlich bin ich mir eigentlich sicher, relativ gut geschützt zu sein, weil ich konsequent FFP2- Maske getragen habe, aber es zeigt mir auch wie wichtig das Tragen der Maske im Alltag eben nach wie vor ist.

Deswegen, als mein Sohn mit mir im Second Hand Laden nach kurzen Hosen schauen gehen will, ist klar: Nur mit Maske. Wir werden aber fündig, nicht nur in Bezug auf die Shorts sondern auch noch für ein T-Shirt und ich finde ein super tolles Kleid aus den 80ern. Jetzt verhalte ich mich so ungeduldig wie meine Kinder, weil ich darauf warte, dass das gewaschene Kleid endlich getrocknet ist, damit ich es anziehen kann.

Die Kinder bleiben viel zu lange wach so dass es weder We- noch Me-Time gibt. Aber nun ja, was solls.

Sonntag, 12. Juni 2022

Runzelfuesschen Berlin

Wir schlafen aus. So richtig. Eins der Kinder und ich krabbeln erst nach 10:00 Uhr aus den Federn, was so richtig gut tut. Dann steht die Frage im Raum: Was machen wir denn heute? Ich habe ja für „Mama!, Papa!, Was machen wir heute?„* einen Gastbeitrag schreiben dürfen, in dem es um… Ach, lest selbst. Wir blättern gemeinsam durch das Buch, was ich wirklich gut finde, weil es lauter Ideen für Unternehmungen passend zur Jahreszeit gibt und entscheide: Wir machen einfach nichts. Weil es so Tage auch braucht.

Stattdessen frühstücken wir bis mittags und dann spielen die Kinder mit Lego und Playmobil und lesen. Ich tue das auch, durch die Urlaube ist irgendwie auch einiges an Zeitungen und Zeitschriften liegen geblieben. Alle sind mit dem Status Quo zufrieden, nur ich spüre so eine Unruhe weil ich denke: Müsste ich nicht eigentlich?… Sollte ich nicht dringend noch… ? Ich habe irgendwie das Gefühl verlernt zu haben, wie Entspannung geht.

Runzelfuesschen Berlin

Damit das Gefühl im Zaum gehalten wird und weil Bewegung immer gut ist, gehen wir ein Eis essen. Was, das muss ich schon gestehen, inzwischen wirklich ins Geld geht. Deswegen machen wir das nicht mehr ganz so oft, aber zu einem faulen Tag gehört Eis dann irgendwie doch dazu. Anschließend spazieren wir noch ein wenig durch die Gegend bevor es wieder nach Hause geht.

Runzelfuesschen Berlin

Und da haben die Kinder tatsächlich Pläne. Die Jungs möchte die Haare geschnitten bekommen. Irgendwann im Lockdown fing das an, ich hab mir mehrere Youtube Videos angeguckt und gedacht: Ok, also ich trau mich das mal. Das Ergebnis war… äh… nun ja. Seitdem ermuntere ich die Kinder, dass wir das vielleicht doch mal in professionelle Hände abgehen sollten, aber sie weigern sich. Sie wollen, dass ich das mache, weil ihnen, im Gegensatz zu mir, ja nicht auffällt, dass das jetzt eher schief und krumm geschnitten ist. Einmal wurde ich tatsächlich bemitleidet, weil ja wohl eins der Kinder da mit der Schere die eigenen Haare gekürzt haben müsste… Könnt ihr euch das Gesicht vorstellen, als ich meinte: Nein, das war ich.. Ich musste jedenfalls lachen.

Neben dem heimischen Friseurstudio habe ich aber offensichtlich jetzt auch noch einen Salon für modische Haaraccessoires. Meine Tochter wünscht sich so eine Urlaubshaarsträhne, sowas umwickeltes. Youtube sei dank weiß ich jetzt, wie das in der Theorie geht. Die Praxis sieht annehmbar mit Luft nach oben aus. Und ich denke immer mal wieder: Was man alles machen könnte, mit mehr Zeit und mehr Know how…

Wie ist das bei euch? Könnt ihr in Ruhe und ohne Pläne sein? Oder habt ihr das wie ich ein bisschen verlernt? Und wie komme ich wieder zurück zu mehr Gelassenheit (oder war die nie da?)

Disclaimer: Bei einigen der Links handelt es sich um Affliate-Links. Ich habe sie mit einem * gekennzeichnet. Wenn ihr etwas über diesen Link bestellt, bekomme ich eine kleine Provision, für euch wird das Produkt nicht teurer. Alternativ bekommt ihr alle Bücher aber auch im stationären Buchhandel, der Unterstützung nach diesem Jahr bitter nötig hat.

2 Kommentare bei „Von Alltag – Das Wochenende in Bildern“

  1. Ich freue mich für dich, dass du so einen schönen Tag hattest. Ich vermisse das auch sehr. Viele Grüße Alu

  2. Hallo,
    Sehr schön, wieder von dir zu lesen.
    Diese Ruhelosigkeit ist mir nur allzu vertraut. Besonders nach diesen verrückten, fordernden Corona- Jahren schaffe ich es überhaupt nicht mehr, mich zu entspannen. Da ist soviel Unruhe, soviel Anspruch, soviel Druck, der auf mir lastet. Und nach wie vor auch die dauerhafte Sorge vor Quarantäne, Lockdowns, etc. Ich traue der aktuellen Normalität nicht mehr.
    Vor Corona war ich auch mal am Limit, aber in den letzten beiden Jahren immer schneller darüber hinaus.
    Im Bekanntenkreis höre ich das von vielen, in erster Linie von Müttern.
    Ich persönlich versuche, mehr das „Hier und Jetzt“ wahrzunehmen, mich irgendwie zu erden.
    Mal klappt es besser, aber ehrlicherweise meistens eher nicht.
    Uns als Familie treffen die aktuellen Preissteigerungen enorm und ich habe ununterbrochen die Sorge, dass das Geld nicht reicht. Das sorgt für zusätzlichen Druck.
    Ich versuche, die Dinge positiv zu sehen und dankbar für das Leben, welches wir in Frieden führen können, zu sein.
    Dennoch ist es zermürbend.
    Tut mir Leid, dass ich keinen hilfreichen Tipp geben kann, aber du bist nicht allein.
    Liebe Grüße

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