Von leichten und irritierenden Momenten – das Wochenende in Bildern

Runzelfuesschen leichte Momente beim Elternsein

Es gab sie tatsächlich dieses Wochenende. Die leichten Momente voller Lachen und Beisammensein und Sorgen vergessen. Und das tat so gut! Es gab aber auch die schweren Momente und die, die mich wirklich zweifeln lassen. Ist bestimmt normal, geht euch vermutlich auch so. Und doch fühlt es sich so einsam an manchmal.

DISCLAIMER: Die Links, die mit * gekennzeichnet sind, sind Affiliate-Links. Ich bekomme, wenn ihr diesen folgt und dort bestellt, eine kleine Provision. Ihr könnt all die Bücher aber auch im Buchhandel ums Eck bekommen und das empfehle ich sehr.

Samstag, 14. November 2020

Runzelfuesschen leichte Momente beim Elternsein

Auf in den Wald. Natürlich. Tatsächlich ist das eine der wenigen Sachen, für die ich Corona tatsächlich „dankbar“ bin. Wir hätten den Wald, unseren Wald, wohl ohne Corona nie entdeckt. Ich hätten den Wechsel der Jahreszeiten mitten in der Stadt nicht so intensiv wahrgenommen wie Woche für Woche draußen im Wald. Es ist jetzt schon so, dass ich erkenne, was anders ist im Waldabschnitt. Ist mir früher nicht aufgefallen und mit den Kindern sind wir dort auch nie spazieren gewesen. Zu weit weg, mitten in Berlin gibt es doch alle Möglichkeiten. Gibt es nicht. Und dieses jede Woche raus in die Natur und in die Abgeschiedenheit fahren, das tut mir wirklich gut. Heute übrigens in der Gummistiefeledition, so können alle rumstromern wo sie wollen und ich muss mich nicht ärgern. Und ja, zufällig passt mein Kleid zum Herbstwald.

Eine kleine Anekdote zu dem Foto: Ich lade es am Abend auf Instagram hoch, weil ich über Erschöpfung schreibe. Und ich gestehe, dass ich umso länger ich das Bild betrachte um so öfter denke: Guck mal, wie krass, du siehst voll dick aus auf dem Foto. Was totaler Blödsinn ist, weil mich ja niemand sehen kann. Aber der Wind hat das Wallekleid angehoben und lässt es viel breiter wirken. Und selbst wenn, wäre alles ok. Und trotzdem ärgere ich mich. Verrückt, oder?

Runzelfuesschen leichte Momente beim Elternsein

Letzte Woche war es fast „voll“ im Wald, diesmal sind wir ganz allein. Und finden Pilze (die wir stehen lassen aber ausführlich betrachten und anfassen). Als Kind war ich im Herbst immer Pilze suchen, ich habe das geliebt. Gehasst habe ich, dass ich die Pilze auch essen musste. Deswegen dachte ich lange: Nee, nie wieder Pilze suchen. Aber ich merke, dass es den Kindern Spaß macht. Und so suchen wir eben mit den Augen und freuen uns, wenn wir was finden und es stehen lassen. Denn essen möchte die Pilze niemand außer meinem Mann und der vertraut nicht so richtig auf meine Pilzkenntnisse. Die Zeit im Wald ist eigentlich toll, aber wie letzte Woche auch, irgendwie wollen die Kinder sich nicht trennen. Ich komme mir blöd dabei vor so sehr darum zu kämpfen, dass sie sich mal ohne mich zwei Meter bewegen und ach, als das Gejammere losgeht weil ich das Wasser auf dem Küchentisch habe stehen lassen, hab ich wirklich keine Lust mehr. Die Stimmung kippt. Denn ja, ich bin auch in diesem Wald, weil ich mich erholen will. Mal Gedanken schweifen lassen, mit meinem Mann reden. Geht aber alles nicht so gut, wenn immer irgendjemand im Hintergrund jammert und meckert.

Runzelfuesschen leichte Momente beim Elternsein

Mein Mann hat mir die Geo Wissen zum Thema Migräne* gekauft. Nicht gerade preiswert, aber meine Attacken sind seit März so schlimm, wie seit Jahren nicht mehr. Ich komme damit nicht gut zurecht, ich versuche es mit Entspannung und Yoga. Aber die Schmerzen bleiben und weil ich nicht dauerhaft Medikamente schlucken kann und will, lese ich schon viel zu dem Thema. Und ich gestehe: Als ich die ersten Statements lese, habe ich einen Kloß im Hals. Weil da soviel Last und Verantwortung von mir abfällt. Denn wie oft hören Menschen mit permanenten Kopfschmerzen oder Migräne, sie müssten sich nur einfach mehr entspannen. Sie seien Schuld an ihren Schmerzen. Ich bin jetzt zu einem Drittel durch mit dem Heft und finde es wirklich gut und hilfreich.

Was ich beim Lesen auch denke: Ich hoffe, dass es Eltern von Schreibabys ähnlich geht, wenn sie mein Buch „Wie du dein Schreibaby beruhigst„* lesen. Dass sie sich verstanden und gut begleitet und aufgehoben fühlen. In zwei Monaten kommt es endlich auf den Markt!

Runzelfuesschen leichte Momente beim Elternsein

Mein Mann fährt los, eine Universalfernbedienung kaufen. Unsere ist verschwunden, wir wissen nicht wo sie ist. Und nach intensivem Suchen und mal wieder unter dem Sofa aufräumen bleibt sie weiterhin verschwunden. Nun also dieses Modell. Es nervt, aber da ich ja ab und zu TV-Kritiken schreibe, können wir auf den Fernseher tatsächlich nicht verzichten.

Runzelfuesschen leichte Momente beim Elternsein

Als die Kinder im Bett sind, klopft es an der Tür. Unser Nachbar bringt uns Süßigkeiten, ein neues Baby ist in seine Familie geboren. Wir sprechen lange über Kindheiten in Syrien und Deutschland, über Nachbarschaft und Einsamkeit. Der Austausch ist für uns beide spannend und bereichernd und ich bin froh, dass er geklopft hat. Die Kinder, denen ich erst am nächsten Morgen davon erzähle, sind ganz aufgeregt und suchen Geschenke fürs Baby und die Geschwister zusammen.

Tja, und dann gibt es da diesen Tweet. Dieses Video, was mich sprachlos macht und irritiert. Ich weiß wirklich nicht, wie es euch geht. Ich freue mich für jede*n, der faul wie ein Waschbär (was ist das eigentlich für ein Vergleich?) auf der Couch liegen kann. Aber ich persönlich kenne niemanden, dem das so geht. Es ist wichtig, dass wir alle Kontakt limitieren, dass wir Zuhause bleiben und aufeinander aufpassen. Aber sorry, auf der Couch liegen, Serien gucken und Chips essen, das hat so gar nichts mit meiner Lebenswelt zu tun. Ich kann nicht mehr wegen der permanenten Doppelbelastung der letzten Monate. Und ich bin damit sicher nicht allein. Ich möchte gern darüber schreiben, deswegen kommentiert gern oder schickt mir eine Mail, wie es euch gerade geht.

Sonntag, 15. November 2020

Runzelfuesschen leichte Momente beim Elternsein

Beim Frühstück diskutieren mein Mann und ich darüber, ob Plan International nun was Gutes oder was nicht so Gutes ist. Einerseits finde ich es gut, dass sie besonders Mädchen unterstützen, dass das Geld nicht einfach irgendwo hin überwiesen wird, sondern auch in Bildung und Projekte fließt. Sie haben ein vertrauenswürdiges Spendensiegel und wie gesagt, die Idee finde ich gut. Aber wenn ich lese, dass man sich das Land aussuchen kann, wenn ich erfahre, dass die Spendenden Fotos und Briefe von den Kindern bekommen, dann frage ich mich auch, in wie weit die Kinder sich auch „verkaufen“ müssen. ICH möchte nicht, dass meine Kinder medial irgendwo erscheinen oder Fremde, die ich nicht kenne, Fotos von ihnen haben. Und nur weil es Spender*innen gibt, müssen auch Fotos geliefert werden? Ich weiß nicht, was ich davon halten soll.

Runzelfuesschen leichte Momente beim Elternsein

Ich arbeite ein wenig, wie eigentlich immer. Mein Mann ist mit den Jungs draußen, die Große bei mir. Sie puzzelt und wartet geduldig darauf, dass ich meine Texte fertig schreibe. Ich finde das toll und gleichzeitig frage ich mich, ob das, dieses permanente Arbeiten ihrer Eltern nicht etwas ist, was meine Kinder sehr für ihr weiteres Leben beeinflusst. Weil es natürlich auch das Zusammenleben manchmal schwerer macht. Weil ich ungeduldiger mit ihnen bin, weniger zugewandt.

Nach dem Arbeiten schiebt das Kind mit Bücher zu und fragt, ob wir nicht alle neuen Weihnachtsbücher aus diesem Jahr lesen können. Das werden ir wohl nicht schaffen. Aber hättet ihr Lust darauf, wenn ich euch ein paar tolle Weihnachtsbücher-Neuerscheinungen vorstelle? Diese beiden hier sind „Das Wunder von R“ *aus dem Meteor Verlag und „Ausgerechnet Mops“ * von dtv. Soviel sei schon verraten, beim Mops-Buch spielt auch Tod eine Rolle.

Runzelfuesschen leichte Momente beim Elternsein

Sieht aus wie Vogelfutter, wird aber hoffentlich das Brühstück für mein neues Brot. Ich habe Lust auf Sauerteigbrot mit Körnern und hoffe, dass es am Ende auch den Kindern schmeckt.

Runzelfuesschen leichte Momente beim Elternsein

Dann klingelt es an der Tür, Freund*innen stehen dort und wollen mit uns auf dem Spielplatz. Die Mädchen haben sich seit Februar nicht gesehen, der Rest der Familie trifft sich regelmäßig in der Kita. Wir gehen also auf den Spielplatz, mein Mann macht Kaffee und es ist ein unbeschwerter Nachmittag, wie wir ihn lange nicht erlebt haben. Die Kinder spielen stundenlang mit Blättern und am Ende muss die obligatorische Herbstlaubschlacht natürlich noch sein. Auch wir Eltern sind am Ende dreckig und mit Blättern voll und vor allem: voller Lachen. Diese Momente sind so glitzernd wertvoll und davon zehren wir hier tatsächlich lange. Denn wir haben kaum Kontakte außerhalb der Kita und sind umso dankbarer für schönes Wetter und das Draußen sein mit anderen befreundeten Familien.

Runzelfuesschen leichte Momente beim Elternsein

Vor dem Abendessen noch ein Stückchen im Omabuch. Der zweite Band, „Zurück in Sommerby“ *von Kirsten Boie ist genauso großartig wie der erste „Ein Sommer in Sommerby„* (den wir verschlungen haben). Das Buch passt natürlich perfekt in diese Herbstzeit. Wir müssen uns ein bisschen sputen, wir haben das Buch aus der Bibliothek ausgeliehen und es gibt natürlich schon Vormerkende dafür.

Links der Woche

Habt ihr schon mal von Deep fakes gehört? Die können tatsächlich zu einer großen Gefahr für unsere Kinder und uns werden. Ich habe mit dem Cyberkriminologen Dr. Thomas-Gabriel Rüdiger darüber gesprochen.

Wenn ihr gern mehr Kinderbücher lesen wollt, die Diversität feiern, ich habe eine wirklich lange aber immer noch unvollständige Liste für familie.de zusammengetragen.

Wenn ihr nachhaltige Adventskalender sucht und vielleicht sogar ein Exemplar gewinnen wollt, dann schaut auf dem Blog vorbei. Noch läuft das Gewinnspiel.

Und wirklich, schreibt mir, wie es euch gerade geht. Ich freue mich darauf zu erfahren, was bei euch los ist, wo Leichtigkeit herrscht und wo es schwer ist. Denn zusammen sind wir weniger allein.

2 Kommentare bei „Von leichten und irritierenden Momenten – das Wochenende in Bildern“

  1. Hier winkt auch eine Migränegeplagte.
    Mal sehen ob ich mir das Geo Heft auch kaufe. Vermutlich eher für meinen Gatten, damit der meine Migräne besser versteht. Andererseits drängelt der mich dann bestimmt irgendwelche Sachen daraus zu machen weil da steht das das hilft.
    So wie er halt immer sagt ich soll zum Arzt gehen. Wo mir dann ja auch wieder nur gesagt wird das ich mich entspannen soll. *Augenroll*
    Ich komm inzwischen gut mit der Migräne klar. Ich kenne meine Trigger und bis auf die Hormone kann ich alle gut umschiffen. So beläuft es sich auf eine Attacke im Monat und die meist mild. Was bei mir heißt 24h komplett ausfallen aber mit Medikamenten wenigstens kaum schmerzhaft.
    Die Weihnachtsbücher schaue ich mir auf jeden Fall an. Wir suchen gerade ein neues Weihnachtsbuch. Wir haben die letzten Jahre immer wieder gern „Engel, Hase, Bommelmütze“ gelesen und lieben vor allem die Geschichte vom 2. Dezember, wo den Tieren langweilig ist und sie etwas spielen.

    Wie es uns geht. Tja keine Ahnung. Ich glaube es geht uns ganz gut. Zumindest besser als vielen. Habe ich heute Mal wieder an der allgemeinen Reaktion auf besagtes Video gesehen. Während ich es einfach nur witzig fand, wie man Werbevideos eben so witzig findet, waren eigentlich fast alle aus meiner Twitter-Timeline richtig angepisst. Und ich verstehe das. Wenn man auf dem Zahnfleisch geht und nicht mehr weiß wohin mit sich vor Sorgen und Arbeitslast und nervlicher Überlastung weil man nie nie nie Zeit für Ruhe und sich selbst hat, dann ist dieses Video blanker Hohn.
    Vielleicht merke ich einfach Mal wieder nicht daß es mir doch nicht so gut geht. Ich merke das nämlich immer erst hinterher, wenn es wieder besser wird, wie schlimm es eigentlich war.
    Aber ich glaube grundsätzlich haben wir halt irgendwie den Coron-Jackpot gezogen.
    Mann kann locker von zu Hause aus arbeiten. Schon immer und schon immer sehr flexibel bei gutem und verlässlichem Einkommen. Ich arbeite nun einfach allein, auch sehr flexibel aber habe da zumindest ein bisschen Kontakt zu anderen. Und da ich nur wenige Stunden arbeite habe ich genug Zeit für die Kinder. Was nicht heißt das ich mir nicht sehnlichst wünschen würde Mal wieder richtig allein zu sein in der Wohnung. Das fehlt mir wirklich sehr.
    Aber wenigstens habe ich keine Doppelbelastung aus Betreuung und Vollzeitarbeit.
    Und ich vermisse keine Sozialkontakte weil wir eher Einsiedler sind.
    Und keiner Von uns muss sich Sorgen um Angehörige im Ausland oder in der Pflege machen und auch keine finanziellen Sorgen.
    Ich bin sehr dankbar dafür daß es uns so gut geht.
    Einzige mich immer im Hintergrund bedrückende Sorge ist die Schule.
    Wir haben keine Kontakte aber die Kinder sind jeden Tag in der Schule mit x Kindern zusammen.
    Ich will das nicht. Aber homeschooling mit einer Erstklässlern und den Kindern wieder alle Sozialkontakte nehmen möchte ich auch nicht.
    Es zermürbt einen auf Dauer.
    Ich denke an die möglichen, noch nicht absehbaren, neurologischen Folgeschäden von Corona und habe echt einfach nur Angst das dieser scheiß Virus meinen Kindern die Zukunft versaut.

    Ich wünsche euch noch ganz viele schöne, unbeschwerte Laubschlachten auf dem Spielplatz und dir endlich mal wieder Zeit für Gespräche in Ruhe mit dem Mann oder einfach für sich ganz allein.
    Ich habe mich gefreut hier heute davon zu lesen.

    Liebe Grüße,
    Claudia

  2. Hallo!
    Auch wir sind dieses Wochenende im Wald gewesen. Auf einem ganz tollen Walderlebnispfad mit vielen Schaukästen und Stationen. Alles wirklich toll und liebevoll angelegt. Was ein bisschen genervt hat war, dass wir nach jeder Station an der wir irgendwelche Klappen geöffnet, Hölzer betastet und beklopft, Tierfelle gestreichelt haben etc. die Hände desinfizieren mussten. Das hat ein wenig die Leichtigkeit herausgenommen.
    Der Tipp mit dem GEO Heft ist wirklich klasse, das werde ich mir unbedingt besorgen, denn auch ich zähle zu den Migränegeplagten.
    Wie es uns so geht? Ganz ehrlich? Nicht so gut. Als Lehrerin kann ich leider nicht im Homeoffice bleiben. Ich muss jeden Tag an die „Front“. Und ganz ehrlich, ich habe Angst! Eine Scheißangst um mich und um meine Familie! Erst letzte Woche wurde wieder eine Klasse, eine Stunde nachdem ich dort unterrichtet hatte, wegen einem positiven Coronafall in Quarantäne geschickt.
    Liebe Grüße
    Silvia

Schreibe einen Kommentar